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3D-Druck

Gewinde, Schrauben & Muttern

Metrische Gewinde verstehen und herstellen: Bezeichnungen, Kernloch- und Durchgangsmaße, Festigkeitsklassen sowie praxistaugliche Lösungen für 3D-Druckteile.

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Eine Bezeichnung wie M8 × 1,25 – 6H beschreibt ein metrisches Gewinde mit 8 mm Nenndurchmesser, 1,25 mm Steigung und einer Toleranzklasse für das Innengewinde. Großbuchstaben stehen für Innen-, Kleinbuchstaben für Außengewinde; LH kennzeichnet ein Linksgewinde.

Häufige Regelgewinde

Gewinde Steigung Kernloch
M3 0,5 mm 2,5 mm
M4 0,7 mm 3,3 mm
M5 0,8 mm 4,2 mm
M6 1,0 mm 5,0 mm
M8 1,25 mm 6,8 mm
M10 1,5 mm 8,5 mm
M12 1,75 mm 10,2 mm

Als schnelle Näherung gilt: Kernlochdurchmesser gleich Nenndurchmesser minus Steigung. Für Durchgangsbohrungen gelten eigene Tabellenmaße, abhängig davon, ob die Passung eng, normal oder weit sein soll.

Schrauben und Muttern auswählen

Kopfart und Antrieb richten sich nach Bauraum, Montagewerkzeug und gewünschter Auflagefläche. Die Schraubenlänge wird in der Regel von der Auflagefläche bis zum Schraubenende gemessen; bei Senkkopfschrauben zählt der Kopf mit. Standard-, Sicherungs- und selbstsichernde Muttern erfüllen unterschiedliche Anforderungen.

Festigkeitsklassen wie 8.8 beschreiben die mechanische Belastbarkeit einer Stahlschraube. Das passende Anziehdrehmoment hängt zusätzlich von Reibung, Beschichtung, Schmierung und Verbindung ab. Kunststoffteile benötigen große Auflageflächen und ein begrenztes Drehmoment, damit sie nicht kriechen oder brechen.

Innen- und Außengewinde herstellen

Beim Handgewindeschneiden wird gekörnt, mit passendem Kernloch gebohrt, angefast und mit geeignetem Schneidmittel gerade geschnitten. Regelmäßiges Zurückdrehen bricht die Späne. Bei Sacklöchern müssen Bohrtiefe, Spanraum und die Reihenfolge des Gewindebohrers berücksichtigt werden.

Außengewinde benötigen einen passenden Bolzendurchmesser, eine Fase und ein rechtwinklig angesetztes Schneideisen. Auch hier helfen Schmierung, kontrollierter Vorschub und wiederholtes Spanbrechen.

Gewinde im 3D-Druck

Direkt gedruckte FDM-Gewinde werden ab etwa M6 zuverlässiger; kleinere Gewinde sollten häufig nachgeschnitten oder durch Gewindeeinsätze ersetzt werden. Grobe Profile, konstruktiver Versatz und ein Teststück verbessern das Ergebnis. Für belastete Verbindungen sind Wärmeeinsätze, eingefangene Muttern oder eine Durchsteckschraube meist die robustere Wahl.

  • Gewinde klemmt: Maßzugabe, Elephant Foot und Druckrichtung prüfen.
  • Gewinde ist locker: Spiel reduzieren oder Einsatz verwenden.
  • Schichten reißen: Orientierung, Wandzahl und Auflagefläche verbessern.
  • Schraube zieht sich durch Kunststoff: Scheibe, Mutter oder größere Einbettung vorsehen.