Passungen im 3D-Druck hängen von Drucker, Material, Bauteillage und Slicer ab. Dieses Cheatsheet zeigt deshalb keine vermeintlich universellen Werte, sondern einen einstellbaren und testbaren Arbeitsablauf.
Bohrungsmaße parametrisieren
Gedruckte Bohrungen fallen häufig kleiner als konstruiert aus. Trenne deshalb den Nenndurchmesser von einer kalibrierbaren Zugabe.
nenn_d = 5;
zugabe = 0.3;
bohrung_d = nenn_d + zugabe;
Der Werkzeugzylinder muss die Platte vollständig durchdringen. Ein kleines Übermaß verhindert geschlossene oder flimmernde Grenzflächen.
Senkungen und Langlöcher
Für eine Zylindersenkung ziehst du zusätzlich zur Durchgangsbohrung einen breiteren Zylinder ab. Bei einer kegelförmigen Senkung erzeugen d1 und d2 den kleinen und großen Durchmesser.
Ein Langloch entsteht elegant, indem hull() zwei Zylinder verbindet:
hull()
for (x = [-5, 5])
translate([x, 0, 0])
cylinder(h = 6, d = 5);
Die angegebene Länge bezieht sich dabei auf den Abstand der Kreismittelpunkte.
Druckgerechte Konstruktion
- Spielpassungen sollen sich frei bewegen können.
- Übergangspassungen lassen sich leicht zusammenfügen.
- Presspassungen benötigen ein gezieltes Übermaß und sollten vorher getestet werden.
- Eine kleine Fase an der Unterkante kann den Elefantenfuß der ersten Schicht ausgleichen.
- Vertikale Bohrungen werden meist maßhaltiger als horizontale Bohrungen.
- Wandstärken sollten zur Düsenbreite und Anzahl der Drucklinien passen.
Mit einer Kalibrierreihe testen
Ordne mehrere Varianten in einem Testteil an und beschrifte die verwendeten Werte direkt am Modell. Die PDF-Übung erzeugt fünf M5-Bohrungen mit Zugaben von 0,0 bis 0,4 Millimetern und ergänzt eine Senkung.