Rundungen verbessern Haptik und reduzieren Spannungsspitzen. Fasen erleichtern das Zusammenstecken von Teilen und lassen sich häufig ohne Stützmaterial drucken. OpenSCAD bietet dafür mehrere Konstruktionswege mit unterschiedlichen Stärken.
2D-Konturen mit offset() abrunden
Für Platten ist eine abgerundete 2D-Kontur meist effizienter als eine nachträgliche 3D-Rundung. Verkleinere das Rechteck um den doppelten Radius und weite es anschließend mit offset() wieder auf.
linear_extrude(height = 4)
offset(r = 5)
square([70, 40], center = true);
Mit einem negativen delta verkleinerst du Konturen. Zwei unterschiedlich große Konturen in difference() ergeben beispielsweise einen Rahmen.
hull() für weiche Übergänge
hull() bildet die konvexe Hülle um mehrere Körper. Die Funktion eignet sich besonders für Langlöcher, Kapseln und Übergänge zwischen einfachen Formen.
hull()
for (x = [-10, 10])
translate([x, 0, 0])
cylinder(h = 5, d = 8);
3D-Rundungen mit minkowski()
minkowski() addiert die Formen zweier Körper. Eine Kugel rundet dadurch alle erreichbaren Kanten. Dabei steigen jedoch sowohl die Außenmaße als auch die Renderzeit. Wenn das Endmaß erhalten bleiben soll, musst du den Grundkörper vorab um den doppelten Radius verkleinern.
r = 2;
minkowski() {
cube([40 - 2*r, 30 - 2*r, 8 - 2*r]);
sphere(r = r);
}
Fasen druckgerecht auslegen
Eine einfache 45-Grad-Fase kann durch einen gedrehten Werkzeugkörper entstehen. Bei regelmäßigen oder rotationssymmetrischen Teilen ist ein 2D-Querschnitt als polygon() mit anschließendem rotate_extrude() oft übersichtlicher.
45-Grad-Fasen sind meist ohne Support druckbar. Große Rundungen an der Unterkante erzeugen dagegen stärkere Überhänge. Verwende Rundungen deshalb gezielt und reduziere $fn in der Vorschau; insbesondere minkowski() kann bei komplexen Modellen viel Rechenzeit benötigen.
Die PDF-Übung vergleicht offset(), hull() und minkowski() an derselben Platte und macht Unterschiede bei Außenmaßen und Renderzeit sichtbar.