Technische Projekte bestehen selten ausschließlich aus Programmcode.
Oft gehören dazu auch:
-
Server
-
Betriebssysteme
-
Datenbanken
-
Mikrocontroller
-
mechanische Konstruktionen
-
Berechnungen
-
Tests
-
Dokumentationen
KI kann auch diese Projektbereiche miteinander verbinden.
1. Entwicklungsumgebungen mit Proxmox
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Für serverbasierte Projekte eignet sich eine Virtualisierungsumgebung wie Proxmox.
Ein möglicher Aufbau:
Proxmox
│
├── Debian-LXC – Entwicklung
├── Debian-LXC – Test
├── Webanwendung
├── MQTT-Broker
└── Datenbank
Vorteile sind:
-
getrennte Systeme
-
Snapshots
-
reproduzierbare Umgebungen
-
schnelle Wiederherstellung
-
geringer Hardwarebedarf
2. Debian-Container automatisch einrichten
Statt Installationsbefehle einzeln auszuführen, kann die Installation als Script dokumentiert werden.
Beispiel:
scripts/
├── install.sh
├── update.sh
├── backup.sh
└── uninstall.sh
Beispiel-Agentenanweisung
Erstelle für dieses Projekt ein Setup-Script für einen frischen
Debian-LXC-Container.
Das Script soll:
1. apt aktualisieren
2. benötigte Pakete installieren
3. einen eigenen Systembenutzer anlegen
4. das Projekt unter /opt/<projektname> installieren
5. eine Python-venv erzeugen
6. requirements.txt installieren
7. notwendige Verzeichnisse anlegen
8. Dateirechte korrekt setzen
9. eine systemd-Service-Datei installieren
10. den Service aktivieren
11. einen einfachen Funktionstest durchführen
Anforderungen:
- Script muss mehrfach ausführbar sein
- Fehler müssen zum Abbruch führen
- keine Passwörter im Script speichern
- wichtige Schritte im Terminal ausgeben
- Installation am Ende überprüfen
Erstelle zusätzlich eine Installationsanleitung in Markdown.
3. Warum Setup-Scripts wichtig sind
Ein Projekt sollte nicht nur auf einem bereits eingerichteten Rechner funktionieren.
Eine bessere Frage lautet:
Kann ich einen leeren Debian-Container erzeugen und das Projekt reproduzierbar installieren?
Ein Setup-Script dokumentiert dadurch gleichzeitig die Serverkonfiguration.
4. Installation testen
Auch Installationsscripte sollten überprüft werden.
Beispielsweise:
systemctl is-active projekt.service
oder bei einem Webservice:
curl http://127.0.0.1:8080/health
Damit kann das Script selbst feststellen, ob die Installation erfolgreich war.
5. KI in der Konstruktion
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Auch bei CAD-Projekten sollte man nicht direkt mit dem Zeichnen beginnen.
Zunächst werden Informationen benötigt:
-
Funktion
-
Bauraum
-
Belastung
-
Bewegungen
-
Befestigungspunkte
-
Material
-
Fertigungsverfahren
-
Toleranzen
-
Umgebung
-
Temperatur
-
Sicherheitsanforderungen
Beispiel-Prompt
Wir wollen eine mechanische Halterung konstruieren.
Stelle zunächst alle Informationen zusammen, die vor Beginn der
CAD-Konstruktion benötigt werden.
Frage insbesondere nach:
- Funktion
- Einbauraum
- Kräften
- Bewegungen
- Befestigungspunkten
- Material
- Fertigungsverfahren
- Toleranzen
- Umgebung
- Temperatur
- Sicherheitsanforderungen
Beginne noch nicht mit einer Konstruktion.
6. Konstruktionsalternativen entwickeln
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Auch hier sollte nicht sofort die erste Lösung umgesetzt werden.
Mögliche Varianten könnten sein:
-
3D-Druck
-
gefrästes Bauteil
-
Blechkonstruktion
-
Profilkonstruktion
-
Kombination verschiedener Verfahren
Vergleichskriterien:
| Kriterium | 3D-Druck | Frästeil | Blech |
|---|---|---|---|
| Fertigungszeit | gut | mittel | mittel |
| Kosten Einzelteil | gut | höher | mittel |
| Festigkeit | mittel | sehr gut | gut |
| Änderbarkeit | sehr gut | mittel | mittel |
| Geometriefreiheit | sehr gut | gut | begrenzt |
7. Parametrisch konstruieren
KI kann dabei helfen, wichtige Konstruktionsparameter zu identifizieren.
Beispielsweise:
Breite
Höhe
Materialstärke
Bohrungsdurchmesser
Bohrungsabstand
Montagespiel
Fertigungstoleranz
Diese Parameter können anschließend beispielsweise in Fusion 360 oder OpenSCAD verwendet werden.
Der Vorteil:
Eine Konstruktion wird nicht nur für einen einzelnen Fall erstellt, sondern kann später angepasst werden.
8. Technische Berechnungen vorbereiten
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KI kann Berechnungen strukturieren.
Beispiele:
-
Kräfte
-
Drehmomente
-
Hebel
-
Biegung
-
Spannungen
-
Leistung
-
Strom
-
Temperatur
-
Übersetzungen
Dabei sollte man sich nicht ausschließlich das Endergebnis nennen lassen.
Eine gute Anweisung lautet beispielsweise:
Stelle die Berechnung vollständig nachvollziehbar dar.
Gib an:
- Annahmen
- Eingangsgrößen
- Einheiten
- verwendete Formeln
- Zwischenergebnisse
- Endergebnis
- Plausibilitätsprüfung
Kennzeichne unsichere Annahmen ausdrücklich.
9. Festigkeitsberechnung
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Ein typischer Ablauf:
Belastung
↓
Freikörperbild
↓
Kräfte und Momente
↓
Spannungen
↓
Verformung
↓
Sicherheitsfaktor
Die KI kann beim Aufstellen eines Berechnungsmodells helfen.
Das Ergebnis muss anschließend technisch überprüft werden.
10. KI und FEM
Eine FEM-Simulation sieht schnell überzeugend aus.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Simulation richtig ist.
Typische Fehler sind:
-
falsche Einspannungen
-
unrealistische Punktlasten
-
falscher Werkstoff
-
ungeeignete Kontakte
-
schlechtes Netz
-
falsch interpretierte Ergebnisse
KI kann deshalb besonders gut als Reviewer eingesetzt werden.
Beispiel-Prompt
Prüfe den Aufbau meiner FEM-Simulation kritisch.
Gegeben sind:
- Bauteilgeometrie
- Material
- Lagerbedingungen
- Lasten
- Kontakte
- Netzparameter
Erstelle eine Checkliste möglicher Modellierungsfehler.
Bewerte außerdem, welche Randbedingungen das Ergebnis besonders stark
beeinflussen können.
11. KI gezielt nach Fehlern suchen lassen
Eine besonders nützliche Methode besteht darin, die KI nicht nach einer Lösung, sondern nach möglichen Problemen zu fragen.
Analysiere das folgende technische Konzept aus Sicht eines kritischen
Entwicklungsingenieurs.
Suche insbesondere nach:
- falschen Annahmen
- kritischen Komponenten
- Ausfallmöglichkeiten
- fehlenden Randbedingungen
- Sicherheitsproblemen
- schwer testbaren Funktionen
- Wartungsproblemen
- möglichen Bedienfehlern
Bewerte jeden Punkt nach:
- Wahrscheinlichkeit
- Auswirkung
- Erkennbarkeit
Schlage anschließend Gegenmaßnahmen vor.
Das entspricht in vereinfachter Form einer FMEA.
12. Vereinfachte FMEA
Eine Tabelle könnte beispielsweise so aussehen:
| Fehler | Ursache | Folge | Wahrscheinlichkeit | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|---|---|
| Sensor fällt aus | Kabelbruch | falsche Position | mittel | hoch | Plausibilitätsprüfung |
| Motor blockiert | Überlast | Schrittverlust | mittel | mittel | Überwachung |
| Kommunikation fällt aus | Netzwerk | Steuerung nicht erreichbar | gering | mittel | lokaler Fail-Safe |
13. KI als Gegenprüfer
Sehr hilfreich ist ein Perspektivwechsel.
Beispielsweise:
Du hast dieses Konzept bisher unterstützt.
Analysiere es jetzt bewusst aus einer kritischen Gegenposition.
Welche Gründe sprechen gegen die gewählte Lösung?
Welche Alternative könnte:
- einfacher
- günstiger
- robuster
- besser testbar
sein?
Welche Annahmen wurden bislang nicht ausreichend überprüft?
Dadurch versucht die KI nicht länger, die vorhandene Lösung zu bestätigen.
14. Technische Dokumentation
Zu einem vollständigen technischen Projekt gehören beispielsweise:
-
Projektbeschreibung
-
Anforderungen
-
Pflichtenheft
-
Architektur
-
Installationsanleitung
-
Bedienungsanleitung
-
Testbeschreibung
-
Troubleshooting
-
Changelog
-
Roadmap
Eine mögliche Struktur:
docs/
├── project-description.md
├── requirements.md
├── architecture.md
├── installation.md
├── testing.md
├── troubleshooting.md
├── roadmap.md
└── decisions/
15. Dokumentation als Bestandteil des Entwicklungsprozesses
Dokumentation sollte nicht erst am Ende entstehen.
Der Ablauf lautet besser:
Änderung
↓
Test
↓
Dokumentation
↓
Commit
Damit bleibt der dokumentierte Projektstand möglichst nahe am tatsächlichen Stand.
16. Logos und Icons mit KI entwickeln
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Neben technischen Inhalten kann KI auch für die Projektgestaltung eingesetzt werden.
Dazu zählen:
-
Projektlogo
-
GitHub-Grafik
-
Programm-Icon
-
Toolbar-Icons
-
Dokumentationsgrafiken
Auch hier sollte zunächst eine Aufgabenbeschreibung entstehen.
Beispiel
Entwickle ein Logo-Konzept für ein technisches Open-Source-Projekt.
Projektname:
XYUV-Control
Thema:
Steuerung mehrerer Bewegungsachsen.
Eigenschaften:
- technisch
- modern
- reduziert
- gut als GitHub-Logo geeignet
- auch bei 32 × 32 Pixeln erkennbar
- keine komplexen Details
- möglichst ohne Text im Icon
Erstelle zunächst drei deutlich unterschiedliche Designrichtungen.
Erzeuge noch kein endgültiges Logo.
17. Diagramme als Teil der Dokumentation
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Viele technische Zusammenhänge lassen sich besser grafisch erklären.
Beispiele:
-
Systemarchitektur
-
Programmabläufe
-
Zustandsautomaten
-
Datenfluss
-
Kommunikation
-
Projektworkflow
Dafür eignet sich beispielsweise Mermaid.
flowchart TD
User --> Application
Application --> Controller
Controller --> AxisX
Controller --> AxisY
Controller --> AxisU
Controller --> AxisV
Solche Diagramme können gemeinsam mit der Dokumentation versioniert werden.
18. Gesamtworkflow
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Aus allen drei Beiträgen ergibt sich ein universeller Ablauf:
Projektidee
↓
Informationen sammeln
↓
Anforderungen
↓
Projektbeschreibung
↓
Lösungsalternativen
↓
Bewertung
↓
Pflichtenheft
↓
Architektur
↓
Projektstruktur
↓
Roadmap
↓
Proof of Concept
↓
Programmierung / Konstruktion
↓
Tests
↓
Fehleranalyse
↓
Optimierung
↓
Dokumentation
↓
Release
19. Die eigentliche Kompetenz
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Die wichtigste Fähigkeit besteht nicht darin, besonders komplizierte Prompts schreiben zu können.
Auch die Menge des erzeugten Codes ist kein Qualitätsmerkmal.
Die entscheidende Kompetenz besteht darin, einen technischen Entwicklungsprozess so zu strukturieren, dass:
-
Anforderungen nachvollziehbar sind
-
Entscheidungen begründet werden
-
Änderungen kontrolliert erfolgen
-
Funktionen getestet werden
-
Fehler systematisch untersucht werden
-
Ergebnisse dokumentiert werden
KI kann viele dieser Aufgaben beschleunigen.
Sie ersetzt aber nicht die technische Bewertung.
20. Checkliste für zukünftige Projekte
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Vor dem Projekt:
-
Problem verstanden?
-
Anforderungen gesammelt?
-
offene Fragen geklärt?
-
Alternativen untersucht?
Vor der Umsetzung:
-
Projektbeschreibung vorhanden?
-
Architektur definiert?
-
Roadmap vorhanden?
-
Tests geplant?
Während der Entwicklung:
-
kleine Arbeitspakete?
-
Änderungen versioniert?
-
Tests ergänzt?
-
Dokumentation aktualisiert?
Vor dem Release:
-
alle Tests erfolgreich?
-
bekannte Einschränkungen dokumentiert?
-
Installationsweg getestet?
-
Changelog aktuell?
-
Version korrekt?
Fazit
KI kann einen technischen Entwicklungsprozess von der ersten Projektidee bis zur Dokumentation unterstützen.
Besonders wirkungsvoll wird sie dann, wenn sie nicht nur als Generator eingesetzt wird, sondern abwechselnd verschiedene Rollen übernimmt:
-
Fragesteller
-
Ideengeber
-
Entwickler
-
Konstrukteur
-
Tester
-
Reviewer
-
Dokumentationsassistent
Der Mensch bleibt dabei für die technische Bewertung und Entscheidung verantwortlich.
