Voraussetzungen
Du kennst die Inhalte aus Teil 2 und arbeitest mit einem lokalen Python-3-Interpreter (ab Python 3.10), beispielsweise in Thonny.
Das lernst du in dieser Lektion
- Variablen zuweisen und verändern.
- Int, float, str, bool und None unterscheiden.
- Datentypen untersuchen.
Werte bekommen Namen
Ein Druckauftrag besitzt einen Namen, eine Stückzahl und einen Materialbedarf. Statt diese Angaben überall erneut einzutragen, weisen wir ihnen Namen zu. Speichere das Beispiel als auftrag.py:
projekt = "Universalhalter"
anzahl = 4
gewicht_g = 18.5
freigegeben = False
drucker = None
print(projekt)
print(anzahl)
print(gewicht_g)
print(freigegeben)
print(drucker)
Das Gleichheitszeichen ist eine Zuweisung: Python wertet die rechte Seite aus und bindet den Namen links an den entstandenen Wert. Es bedeutet hier nicht „vergleiche beide Seiten“. Dafür lernen wir später == kennen.
Die wichtigsten Typen
| Typ | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
int |
4 |
Ganze Zahl |
float |
18.5 |
Gleitkommazahl |
str |
"Universalhalter" |
Zeichenkette, also Text |
bool |
False |
Wahrheitswert: True oder False |
NoneType |
None |
Kennzeichnet hier eine noch fehlende Zuordnung |
Python bestimmt den Typ aus dem zugewiesenen Wert. Eine gesonderte Typdeklaration ist für diese Beispiele nicht erforderlich. Im Code steht ein Dezimalpunkt. 18,5 ist keine Schreibweise für eine einzelne Dezimalzahl. True, False und None beginnen mit einem Großbuchstaben und stehen ohne Anführungszeichen.
Den Typ ansehen
anzahl = 4
print(type(anzahl))
print(type("4"))
Die Ausgaben sind <class 'int'> und <class 'str'>. Die sichtbare Ziffer ist ähnlich, ihre Bedeutung für das Programm unterscheidet sich jedoch. Mit einer Zahl können wir rechnen; Text muss gegebenenfalls erst umgewandelt werden.
Werte ändern
anzahl = 4
anzahl = anzahl + 2
print(anzahl)
Zuerst wird der bisherige Wert 4 gelesen und um 2 erhöht. Danach verweist anzahl auf 6. Du kannst einen Namen zwar später an einen anderen Typ binden; für verständlichen Code solltest du seine Bedeutung aber stabil halten.
Gut benennen
Verwende Namen wie gewicht_g oder anzahl_teile. Unterstriche trennen Wörter. Namen dürfen keine Leerzeichen enthalten und nicht mit einer Ziffer beginnen. Reservierte Wörter wie class sind ungeeignet. Vermeide auch Namen wie print, input oder str, da du damit eingebaute Funktionen verdecken würdest.
Die Einheit im Namen hilft gegen Verwechslungen: laenge_mm ist eindeutiger als nur laenge. None bedeutet nicht dasselbe wie die Zahl 0 oder ein leerer Text.
Mitmach-Aufgabe
Lege für eine Filamentrolle Material „PLA“, Restmenge 750 Gramm und den Wahrheitswert „geöffnet“ an. Gib alle Werte und anschließend den Typ der Restmenge aus.
Versuche die Aufgabe zuerst selbst. Vergleiche danach deinen Ansatz mit der Musterlösung. Andere Lösungen sind möglich, wenn sie dieselben Anforderungen erfüllen.
Musterlösung
material = "PLA"
rest_g = 750
geoeffnet = True
print(material)
print(rest_g)
print(geoeffnet)
print(type(rest_g))
Ergebnis prüfen
Die Ausgaben lauten PLA, 750, True und <class 'int'>, jeweils in einer eigenen Zeile.
Typische Stolperstellen
rest_g und Rest_g sind verschiedene Namen. "750" ist Text. Eine Zuweisung berechnet abhängige Werte nicht nachträglich automatisch neu; eine Berechnung muss erneut ausgeführt werden.
Was du jetzt kannst
- Variablen zuweisen und verändern.
- Int, float, str, bool und None unterscheiden.
- Datentypen untersuchen.
Passendes Cheatsheet
Zum Nachschlagen: Cheatsheet 02 – Python-Variablen und Datentypen. Dort findest du auch den vorhandenen PDF-Download.
Im nächsten Teil
In Teil 4 geht es um Eingaben, Ausgaben und f-Strings. Frage Werte ab, wandle Texte in Zahlen um und stelle Ergebnisse verständlich dar.
